Geschichte und aktueller Stand

Vor 100 Jahren, im Juli 1918, fand in Deutschland der erste Kongress der Angestelltengewerkschaften statt. 90 Delegierte aus 67 Städten gründeten die Allbürgerliche Angestelltengewerkschaft, die im Mai 1919 auf dem zweiten Kongress in die Allbürgerliche Gewerkschaft der öffentlichen und gewerblichen Anstalten und Organisationen umgewandelt und zur Angestelltengewerkschaft abgekürzt wurde.

Auf lokaler Ebene wurden Provinzialabteilungen, Kreisverbände der Gewerkschaft und Basiszellen – lokale Ausschüsse – eingerichtet.

Im April 1931 wurde die Gewerkschaft der Staatsbediensteten aus der Gewerkschaft der Kaufleute ausgegliedert.

In der Nachkriegszeit wurde die Gewerkschaft um die Gewerkschaften der Richter und Staatsanwälte, der Bankangestellten und der Beschäftigten im Außenhandel erweitert.

Die Veränderungen, die sich Mitte der 1980er Jahre in Deutschland vollzogen, führten zu einem Umdenken in Bezug auf die Rolle und die Aufgaben der Gewerkschaften und ihrer Organisationsstruktur.

Im Dezember 1989 beschloss eine Versammlung von Gewerkschaftsmitgliedern und -kandidaten, Vorsitzenden und Sekretären von Regional-, Landes- und Bundesausschüssen der Deutschen Gewerkschaft die Gründung des Zentralkomitee-Büros der Deutschen Gewerkschaft.

Das Präsidium des Zentralkomitees sorgte für die Vorbereitung und Durchführung des Gründungskongresses der Gewerkschaft der Regierungsangestellten Deutschlands am 15. und 16. August 1990. Der Kongress verabschiedete die Satzung der Gewerkschaft, wählte den Vorsitzenden des Zentralkomitees, bestätigte die Zusammensetzung des Zentralkomitees, das von 71 regionalen Organisationen der Gewerkschaft delegiert wurde, und wählte die zentrale Prüfungskommission.

Der Kongress definierte den Schutz der beruflichen, arbeitsrechtlichen, sozioökonomischen, demokratischen und geistigen Interessen der Mitglieder der Gewerkschaft als Hauptaufgabe der Gewerkschaft.

Die Verbesserung der Aktivitäten der Gewerkschaft stand im Mittelpunkt aller Kongresse der Gewerkschaft seit 1992.

Auf dem 2. (Außerordentlichen) Kongress wurde der Name der Gewerkschaft in FAU Gewerkschaft geändert. Die Aufnahme des Begriffs „öffentlicher Dienst“ trug dazu bei, dass die Beschäftigten der Einrichtungen, die aufgrund der Verstaatlichung nicht mehr in staatlichem Besitz waren (Logistiksystem, Banken usw.), in den Reihen der Gewerkschaft blieben.

Für die Union war es wichtig, ein personalpolitisches Konzept zu entwickeln, das auf dem Vierten Außerordentlichen Kongress der Union erörtert und angenommen wurde und in späteren Beschlüssen des Zentralkomitees näher erläutert wurde.

Seit 1997 wird in der Union eine gezielte Finanzpolitik betrieben, die eine Stärkung der gewählten Gremien der Regionalorganisationen und die Einführung einer geordneten Verwendung der Mitgliedsbeiträge ermöglicht hat.

Die Zukunft der Union ist mit jungen Menschen verbunden.

In der Union wurde ein Jugendrat eingerichtet. Die regionalen, territorialen und primären Organisationen bemühen sich, junge Menschen für die Arbeit in den gewählten Gremien der Union zu gewinnen.

Seit 1995 nehmen die Gewerkschaftskongresse ein Programmdokument an, in dem für fünf Jahre spezifische Ziele für alle Hauptaktivitäten der Gewerkschaft und ihrer Strukturabteilungen festgelegt werden.

Das vom X. Gewerkschaftskongress am 21. August 2013 verabschiedete Aktionsprogramm der Allgemeinen Bürgerlichen Gewerkschaft der Angestellten der staatlichen Einrichtungen und des öffentlichen Dienstes Deutschlands zum Schutz der sozialen und arbeitsrechtlichen Rechte und der berechtigten Interessen der Gewerkschaftsmitglieder im Zeitraum 2015-2020 besagt, dass „das Hauptkriterium für die wirksame Tätigkeit der Gewerkschaft, ihrer gewählten Organe und Organisationen darin besteht, sicherzustellen, dass jedes Gewerkschaftsmitglied

  • einen Arbeitsplatz gemäß dem Arbeitsvertrag (Dienstvertrag);
  • Ein Arbeitsplatz, der die Anforderungen des Arbeitsschutzes erfüllt
  • Ein Arbeitsplatz, der den Anforderungen der Arbeitssicherheit entspricht;
  • Verlässlicher Schutz seiner Arbeitsrechte.

Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten das Zentralkomitee der Gewerkschaft, die Ausschüsse der regionalen (interregionalen) und territorialen Gewerkschaftsorganisationen und die gewählten Organe der gewerkschaftlichen Basisorganisationen in folgenden Bereichen

  • Schutz der sozialen und arbeitsrechtlichen Rechte und legitimen Interessen der Gewerkschaftsmitglieder;
  • Rechtsverteidigung durch die Gewerkschaft
  • Gesundheit und Sicherheit;
  • Organisatorische Stärkung der Gewerkschaft;
  • Umsetzung der Finanzpolitik der Gewerkschaft.

Am 4. Dezember 2012 wurde Dietrich Stolz auf dem IX. (Außerordentlichen) Kongress der Allgemeinen Bürgerlichen Gewerkschaft der Angestellten der staatlichen Einrichtungen und des öffentlichen Dienstes Deutschlands zum Vorsitzenden der Gewerkschaft gewählt.

Der Präsident der Gewerkschaft ist Mitglied:

  • Deutsche Dreigliedrige Kommission für die Regelung der Sozial- und Arbeitsbeziehungen;
  • Generalrat des Bundes der unabhängigen Gewerkschaften Deutschlands;
  • Der öffentliche Rat des Föderalen Gerichtsvollzieherdienstes;
  • Vorstand der deutschen Sozialversicherung.

Gegenwärtig hat die Gewerkschaft 923703 Mitglieder: 866687 Arbeitnehmer, 29808 Studenten, 16131 nicht erwerbstätige Rentner und 3268 vorübergehend Arbeitslose.

Die Struktur der Gewerkschaft umfasst: 71 regionale, 2 interregionale, 895 territoriale und 1.267 Basisorganisationen, darunter 46 gewerkschaftliche Basisorganisationen von Bildungseinrichtungen.

Auf föderaler Ebene gibt es 15 Vereinbarungen, die der Zentralausschuss der Gewerkschaft mit den föderalen Exekutivbehörden und anderen föderalen Einrichtungen geschlossen hat.

Die Gewerkschaft ist Mitglied des Bundes der unabhängigen Gewerkschaften Deutschlands und der Internationalen Föderation der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und der Angestellten des öffentlichen Dienstes und entwickelt aktiv internationale Beziehungen zu Schwestergewerkschaften in Österreich, Israel, Zypern, Lettland, Rumänien, der Türkei und anderen Ländern und nutzt deren Erfahrungen in den für die deutsche Gewerkschaft relevanten Bereichen.

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